Freitag, 30. Juli 2010

Die Zigeuner von Tramore

Von Dingle ging es mit frisch gewaschenen Klamotten nach Cork. Da Cork ausser dem imposanten Flair der Innestadt nicht wirklich viel zu bieten hat, besichtigten wir im Rahmen eines Tagesausflugs das Blarney Castle, zusammen mit unseren kanadsichen Bekanntenschaften.
Das Blarney Castle ist fuer einen Stein in einer Mauer beruehmt, den jeder Besucher kuessen sollte, um Redegewandheit zu erlangen (oder um Herpes zu bekommen... :) ). André reihte sich in die Reihe beruehmter Persoenlichkeiten ein, die bereits den Stein gekuesst haben.

Am Abend gesellten sich noch mehr Kandier zu uns und wir gingen gemeinsam in eine Karaoke-Bar, um endlich zum ersten Mal in Irland karaoke zu singen, wie wir es uns schon seit Beginn der Reise vorgenommen hatten. Es existiert zum Glueck weder Bild-, noch Audio-Material... ;)



Am Folgenden Tag ueberlegten wir uns kurzfristig, einen kleinen Ort mit grossem Strand aufzusuchen. Wir wurden in Tramore fuendig und sogar das Wetter spielte mit. Endlich bot sich uns auch die Moeglichkeit, unser mitgebrachtes Zelt aufzubauen und dieser Aufbau wurde gebuehrend gefeiert. Anschliessend ging es in die eisigen Fluten, um auch die Badehosen nicht umsonst mitgeschleppt zu haben. Der oertlichen Kirmes wurde ebenso ein Besuch abgestattet, wie auch den zahlreichen Spielhoellen, was sich jedoch nich positiv auf unsere Reisekasse auswirkte. Deshalb fiel das Abendessen etwas spaerlicher aus (Bohnen in Tomatensosse aus der Dose). Auch beim Fruehstueck das gleiche Bild, was benachbarte Camper dazu veranlasste uns zumindest eine Tasse Tee und Toast anzubieten.

Heute morgen absolvierten wir bei bescheidenem Wetter einen Strandspaziergang, der uns ueber Duenen, Felsen und viel Sand fuehrte. Den Abend verbrachten wir im Zirkus, bei dressierten Hunden, lebensmueden Motorradfahrern und mittelmaessig lustigen Clowns...

Unsere Muetzen sorgen in ganz Irland fuer Begeisterung!

Montag, 26. Juli 2010

Fischers Fritze fischt frische Fische...

Den ersten Abend in Dingle verbrachten wir bei Live-Musik im einem der zahlreichen Pubs. Wir knuepften Kontakt zu einem einheimischen und trafen zwei kanadische Maedels, die wir zuvor schon im Bus gesehen haben und zufaelligerweise auch im gleichen Hostel wohnten.Am naechsten Tag nahmen wir zusammen an einer Angeltour teil. Wir wurden zusammen mit anderen Teilnehmern von erfahrenen Fischern aufs Meer hinaus gefahren. Da wir zuvor nicht erwartet hatten ueberhaupt einen einzigen Fisch zu fangen, waren wir um so ueberraschter, als schon nach wenigen Minuten die ersten Fische am Haken hingen. Scheinbar hatte uns Kapitaen "Mr. Propper" mit seinem Boot direkt ueber einen grossen Schwarm gefahren.

Oft holten wir gleich drei Fische gleichzeitig aus dem Wasser. Das entfernen der Angelhaken war fuer uns unerfahrene Angler zunaechst gewoehnungsbeduerftig, jedoch ging es mit jedem Versuch besser, sodass sich die Tonnen an Bord rasch fuellten.
Nach zwei Stunden fuhren wir zurueck in die Bucht. Auf dem Weg begann der Kapitaen bereits damit die Fische auseinander zu nehmen und die Resten den Moewen zu zuwerfen. Bevor wir wieder in die Bucht einliefen, sahen wir sogar noch Fungie, den Delfin. Er lebt noch!
Den gefangenen Fisch durfen wir mitnehmen und unsere beiden franko-kanadischen Mitbewohnerinnen zauberten uns daraus ein Festmahl, dass wir mit einer Flasche Sauvigion Blanc verzehrten.
Den zweiten Abend in Dingle verbrachten wir bei Live-Musik im einem der zahlreichen Pubs... ;)

Samstag, 24. Juli 2010

The Cliffs Of Moher oder auch: "The Cliffs Are Nowhere"

Nach unserem Kurztrip nach Inish Mor ging es mit der Faehre zunaechst wieder zurueck nach Galway. Unser vorheriges Hostel war leider schon ausgebucht, weshalb wir in ein anderes mussten, was sich aber als genauso gut herausstellte. Dort trafen wir zwei weitere Hessen, mit denen wir am Abend in die Pubs und Clubs gingen. Nachdem die Clubs geschlossen hatten und unsere Mitbewohner bereits in ihren Betten lagen, hatten wir noch Hunger und gingen in einen nahegelegenen Doenerladen. Dort trafen wir auf gut gelaunte Einheimische.

Am naechsten Morgen ging es dann aber auch schon weiter in Richtung Doolin, wo die vermeintlich groesste und ueberlaufenste Touristenattraktion Irlands auf uns wartete. Mit Millionen von Besuchern jedes Jahr sind die bis zu 203 m hohen Cliffs Of Moher eines der belibtesten Ziele. Von unserem Hostel aus starteten wir, bei herrlichem Wetter, eine Wanderung zu den Klippen. Leider mussten wir nach 2 Stunden wandern feststellen, dass wir den Wanderweg eingeschlagen hatten, der uns weit an den Klippen vorbei ins Landesinnere fuehrte.

Nachdem uns eine einheimische alte Dame einen Tip gab, konnten wir erneut ueber abenteuerliche Wege, die noch kein Tourist vor uns gegangen war, einen ersten Blick auf die Klippen werfen. Diesmal hat es sich gelohnt, Wege zu gehen, die noch niemand vor uns gegangen ist. Wir wanderten von dort aus auf einem schmalen Weg an den Klippen entlang. Wie man auf den Bildern sehen kann, sind die Klippen voellig ueberlaufen... ;)


Nach diesem Gewaltmarsch von ca. 20 km und aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nahmen wir den Bus zurueck zum Hostel.
Leider war das Wetter am zweiten Tag in Doolin nicht mehr so schoen, weshalb wir uns entschlossen, weiter nach Limerick zu fahren. Wie sich auf dem Weg herausstellte, traegt die Stadt auch den Spitznamen "Stab City" (frei uebersetzt: "Messerstecher Stadt"). Dieser Titel traegt mit Sicherheit dazu bei, dass sich nicht sehr viele Touristen und dementsprechen auch kaum Hostels in der Stadt befinden, weshalb wir schliesslich im Bahnhofshotel unterkamen. Wir haben ueberlebt und uns abends noch den sehr lustigen Film "Get Him To The Greek" (dt.: Maennertrip - Kinostart 26.08.2010) angesehen.

Jetzt befinden wir uns in Dingle, auch Dingelingeling genannt. Ein malerischer Kuestenort, in dessen Bucht sich ein Delfin verirrt hat und hier seit fast 25 Jahren die Touristen bei Laune haelt. Leider wir diese Art von Delfinen nur 25 Jahre alt, sodass wir uns beeilen sollten, um ihn zu sehen, bevor er mit dem Bauch nach oben an uns vorbei treibt...

Mittwoch, 21. Juli 2010

Am Ende der Welt (again!)

Nachdem wir in Galway angekommen sind, checkten wir in unser Hostel ein. 2 Naechte in einem 10er Zimmer. Den Abend verbrachten wir in den oertlichen Pubs und Clubs. Wir lernten die ersten Einheimischen kennen, die uns sogar zu sich nach Hause einluden.

Am anderen Tag erkundeten wir die Stadt und kamen unter anderem an der Kathedrale vorbei. Ausserdem findet momentan in Galway ein grosses Arts Festival statt. Wir sind aber trotzdem mit der Faehre auf die vorgelagerten Aran Islands gefahren, wo wir eine Fahrradtour gemacht und das herrliche Wetter am Strand genossen haben.

Auf der Insel gibt es viele Ruinen zu besichtigen und obwohl Aran Islands, genauer Inismor nur 15 km lang und 4 km breit ist, haben wir es geschafft, uns zu verfahren. Aber so kamen wir an Orte, die bestimmt noch kein Tourist vor uns gesehen hat. Aber manchmal muss man Wege gehen, die noch niemand vor einem gegangen ist, um zu sehen, warum sie noch keiner vor ihm gegangen ist. Das Fort an einer Steilklippe haben wir uns aber nicht entgehen lassen. Es kam uns vor, wie das Ende (oder der Anfang) der Welt.

Abends haben wir uns ein Festmahl gekocht und dieses mit franzoesischen Wein kredenzt.
Heute sind wir mal wieder in Galway und morgen wollen wir zu den Cliffs of Moher, welche noch hoeher sind, als die Klippen auf den Aran Islands.









Viele Gruesse an dieser Stelle, auch an die Ilse vom SPAR-Markt in Kilronan!

Sonntag, 18. Juli 2010

2 Euro auf 'Poppy Cow'

Zuerst die guten Nachrichten: Das Windhundrennen war fuer unsere Reisekasse zumindest Zeitweise ein voller Erfolg. Nach anfaenglichen Schwierigkeiten konnte das eingesetzte Geld verdoppelt werden. Trotzallem ueberwogen am Ende die Verluste. Unsere ersten beiden Hunde kamen, trotz "todsicherer" Wetten, jeweils als letzter ins Ziel, bis Andre den richtiegen Riecher hatte und den ersten Gewinn (4€ aus 2€ Einsatz) einfahren konnten. Danach lief es rund: Aus 2€ wurden einmal 2,60€ und einmal 2,40€. Und damit war auch der Zenit unserer Wetterfolge erreicht. Die folgenden Wetten verschweigen wir lieber...


Fuer einen ersten Versuch haben wir uns aber gut geschlagen. Da wir nicht von noch mehr Taxifahrern uebers Ohr gehauen wurden koennen wir unsere Reise fortsetzen.
Am naechsten Morgen nahmen wir an einer kostenlosen Stadtfuehung teil und wie sollte es auch anders kommen, trotz hervorragenden Wettervorhersagen regnete es in Stroehmen und der Tour-Guide meinte, das sei der schlimmste Regen, den er je bei seinen 73 Touren erlebt hatte. Zum Glueck kam dann aber nachmittags die Sonne raus und wir wurden wieder getrocknet.

Fuer den Abend war dann einen Tour durch das Guinness Storehouse geplant. Nachdem wir schon mit unserem Tour-Guide 4 Stunden durch die Stadt gesprintet sind mussten wir uns nun nocheinmal durch sieben Stockwerke Guinness-Geschichte kaempfen, bis wir endlich unser wohlverdientes frisches Guinness in Empfang nehmen durften. Hierbei hatten wir eine atemberaubende 360 Grad Aussicht ueber die Daecher von Dublin.


Heute morgen ging es dann nach dem Fruehstuck in den Bus. Vier Stunden lang sind wie einmal quer ueber die Insel, von der Ostkueste an die Westkueste, nach Galway gefahren. Auf dem Weg fiel uns eine Kuh auf, die mit ihrem Schwanz am Stacheldrahtzaun fest hing.

Freitag, 16. Juli 2010

1. Tag in Dublin: Gefangen in der Touri-Falle


Mit einer Stunde Verspaetung startete unser Flieger mit dem gruenen Kleeblatt von Frankfurt in Richtung Dublin.
Der Flug verlief problemlos und nach einer Stunde und 40 Minten hatten wir irischen Boden unter unseren Fuessen. Vom Wetter waren wir positiv ueberrascht, da es nur noch halb so warm war, wie wir es von Deutschland gewohnt waren. Vom Flughafen ging es dann mit dem Bus zu unserem Hostel, was sich als 1a Adresse in Dublin herausstellte.
In unserem Zimmer war bereits zwei Franzosen besetzt worden, die unsere Ankuft stillschweigen hingenommen haben. Das kann allerdings daran liegen, dass wir sie bei ihrer Mittagsruhe gestoert haben. Nach dieser Begegnung der besonderen Art haben wir uns zum ersten Mal in die Stadt gewagt, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Das beruehmte Trinity College wurden ebenso besichtigt, wie der Stadtteil Temple Bar, wo viele Restaurants und Pubs zu finden sind.
Nach dieser Anstrengung sind wir todmuede waehrend der Plaung weiterer Aktivitaeten im Hostel einfach eingeschlafen, um dann gegen Abend, nach Fish & Chips das Nachtleben zu entdecken.
Bei einigen Guinness und Cider haben wir Live-Musik genossen und wollten uns dann, nachdem wir mit unsere neuen franzoesischen Bekannten durch halb Dublin geirrt sind, ins Hostel zurueck kehren. Dies gestaltete sich allerdings schwieriger, als erwartet.
Aufgrund des nicht enden wollenden Regen durchnaesste unsere schlechte Touri-Karte zunehmends und loeste sich auf. Aus unserer Verzweiflung heraus hielten wir dann das naechste Taxi an. Der Fahrer sagte: "You are safe now" und fuegte hinzu, dass wir uns im Drogenviertel befunden haben. Fuer nur 5,50 € fuhr er uns dann zu unseren Hostel, welches, wie sich heute herausstellte, nur 500 m entfernt war...

Heute Abend werden wir unsere Reisekasse beim traditionellen, irischen Windhundrennen hoffentlich etwas aufbessern koennen. Ansonsten sind wir morgen wieder zuhause. Fuer den Fall, dass wir einen grossen Gewinn erzielen, werden wir am Sonntag mit dem Bus
nach Galway, an die Westkueste fahren.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Aufgedeckt: MacGyver war Backpacker!

In wenigen Stunden geht es los...
Entstanden aus einer losen Idee, reifte das "Abenteuer Irland" immer weiter in den Köpfen heran und steht nun unmittelbar bevor.
Heute wurde das Gepäck gecheckt und es machte sich die Erkenntnis breit, dass wir eigentlich so ziemlich alles aus Panzertape und Müllsäcken bauen können. Es ist also kein Problem, wenn wir irgendetwas vergessen haben sollten. Wieso wir aber Beide dennoch einen randvollen Rucksack haben, fragen wir uns selbst. Nach Recherchen in zahllosen Backpacker-Foren war Domi darauf gestoßen, dass man sogar Unterhosen aus Panzertape basteln kann... wir sollten es vielleicht drauf ankommen lassen.

Weiß jemand, ob es irgendwo Mengenrabatt auf Panzertape gibt?

Der Test-Zeltaufbau verlief ohne größere Schwierigkeiten!

Den nächsten Eintrag werden wir dann hoffentlich aus Dublin schreiben, wenn dann endlich die eigentliche Geschichte endlich beginnt...

Freitag, 9. Juli 2010

Irland und die Frage nach dem Inhalt


Irland - auf irisch "Éire" - rückt immer näher und wir wollen uns mit der Frage beschäftigen, was dieses "Irland" eigentlich ist.
Gut, jeder der im Englischunterricht nicht komplett geschlafen hat, hat mitbekommen, dass es sich um eine Insel im Nordwesten Europas handelt. - Schon mal wichtig zu wissen, dass es eine Insel ist. Man kann sich demzufolge nämlich nicht verir(r)en. Immer am Wasser entlang und irgendwann bist du wieder in Dublin, ganz einfach also. Wer aufpasst, der hat jetzt mitbekommen, dass Dublin am Wasser liegt.Die Kelten besiedelten die Insel bereits 7000 v. Chr. und noch heute ist das keltische Kreuz ein Wahrzeichen Irlands. Erst 1949 konnten sich die Iren, nach über drei Jahrhunderten britischer Herrschaft, vom Commonwealth lösen. Nordirland hingegen gehört heute noch zu Großbritannien. Mit etwas mehr als 4 Millionen Einwohner kommen im Schnitt auf jeden irischen Km² sechzig Iren. Wer sich für mehr irische Geschichte interessiert und mit diesen paar zusammenhanglosen Zeilen nicht zufrieden ist, der möge Googlen... oder Ecosian, Forestln, Yahoon, je nach Vorliebe.
Worauf wir eigentlich hinaus wollen ist: Was nimmt man eigentlich mit nach Irland? Es ist doch Sommer oder?!
Wenn man den einschlägigen Reiseführern trauen darf, dann verschafft der Golfstrom der kleinen Insel ein Hochseeklima. Für uns bedeutet das einen kühlen Sommer. Für die Iren auch milde Winter. So liegen die Durchschnittstemperaturen im August bei 14 bis 16 Grad und es werden selten mehr als 25 Grad erreicht. Was das in Zeiten der globalen Erderwärmung bedeutet werden wir noch herausfinden. Aktuell bedeutet das für Dublin: 18°C und vereinzelt blinzelt die Sonne durch die Wolken. Immerhin, kein Regen... aber wir sind ja auch noch nicht da! Aber was packt man nun ein? Kurze Hosen, lange Hosen? Wie viele Schuhe braucht der Mensch? Laut Reiseführer, kann es jederzeit zu regnen beginnen...

Im Prinzip ist es sowieso müßig über die Packfrage zu diskutieren, denn am Ende kann man trotzdem nur mitnehmen, was in unseren Rucksäcken auch Platz findet. Genießen wir also noch die fast 40°C am Wochenende in diesem deutschen Sommer, ehe wir uns eine angenehme Abkühlung holen... Irland, wir kommen!

Brauchen wir einen Kompass? - Wir brauchen einen Kompass...!; Zahnbürste? - Check!; Handtuch? - Check!; Unterwäsche? - Wieso Unterwäsche?

Foto (oben): © Peter Mathias Silie / pixelio.de
Foto (unten): ©
www.Ab-nach-Irland.blogspot.com